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Ausbildung

Zweiradmechaniker

Ausbildungsform

Duale Ausbildung – Du verbringst die meiste Zeit in deinem Ausbildungsbetrieb. Dies sind in der Regel Betriebe des Handwerks, des Handels oder der Industrie. Dort arbeitest du vorwiegend in Werkstätten oder -hallen, wo du von einem Ausbilder oder einer Ausbilderin und erfahrenen Kollegen und Kolleginnen angelernt wirst. Daneben hast du regelmäßig Berufsschule.

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Verkürzung, meist um 6 Monate, möglich. Die Bestimmungen hierzu sind je nach Bundesland unterschiedlich. Mögliche Gründe, die Ausbildungszeit zu verkürzen sind zum Beispiel besonders gute Leistungen in der Berufsschule und im Betrieb oder die Anrechnung einer Berufsausbildung. Voraussetzung ist, dass der Ausbildungsbetrieb, die Berufsschule und die zuständige IHK, Handwerkskammer, oder Innung zustimmen.

Ausbildungsinhalte

Als Zweiradmechaniker/in wartest und reparierst du motorisierte Zwei-, Mehrrad- oder Spezialfahrzeuge. Du stellst sie her, baust sie um und rüstest sie mit Zubehör aus.

Da musst du erstmal lernen, wie ein Motor funktioniert, wie ein Fahrwerk aufgebaut ist, welche Antriebs-, Steuerungs- und Regelungssysteme es gibt und wie sie funktionieren. Physikalische Zusammenhänge, z.B. im Bereich der Elektrotechnik und Elektronik gehören ebenso zu deinen Grundkenntnissen wie mathematische Grundrechenarten, um z.B.  die Reichweite in Kilometern mit einer Tankfüllung zu berechnen oder den Sicherungswert bei einem Umbau an der Elektrik zu bestimmen.

In der betrieblichen Ausbildung im 1. und 2. Jahr:

- Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht
- Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes
- Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz bei der Arbeit
- Planen und Vorbereiten von Arbeitsabläufen sowie Kontrollieren und Bewerten von Arbeitsergebnissen
- Qualitätsmanagement
- Messen und Prüfen an Systemen
- Kommunikation: betrieblich, technisch und mit Kunden
- Warten, Prüfen und Bedienen von Fahrzeugen und Systemen
- Montieren, Demontieren und Instandsetzen von Bauteilen, Baugruppen und Systemen
- Fügen, Trennen und Umformen
- Manuelles und maschinelles Bearbeiten
- Instandhalten von Fahrwerken und von elektrischen Systemen

Im fachrichtungsspezifischen 3. Ausbildungsjahr:

- Wartung, Prüfung und Instandhaltung von Motoren und deren Systemen
- Alles rund um die Instandhaltung von Verbrennungsmotoren, Bauteilen, Baugruppen, Systemen der Kraftübertragung und Komfort- und Sicherheitssysteme
- Instandhaltung von elektrischen und elektronischen Systemen
- Herstellung, Umbau und Ausrüstung von motorisierten Zwei- und Dreirädern und Spezialfahrzeugen
- Erstellung einer Zustandsanalyse von Motorrädern und Umgang mit Diagnosegeräten
- Verständnis von Gemischbildungseinrichtungen und deren Instandhaltung
- Verkauf von Dienstleistungen und Produkten
- Ausrüstung der Zweiräder mit Zubehör und Zusatzeinrichtungen

Abschluss

Je nachdem, ob du deine Ausbildung im Handwerk oder in Industrie und Handel absolvierst, legst du die Prüfung bei der für dich zuständigen Handwerks- bzw. Industrie- und Handelskammer oder einer Innung die die Prüfung für diese durchführt ab. Sie besteht aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil. Häufig werden die Prüfungen von einer örtlichen Innung für die jeweilige Kammer organisiert. Eine Innung ist der Zusammenschluss der Betriebe eines Gewerbes in der Region. Im praktischen Teil musst du drei Aufgaben lösen, ähnlich denen eines Kundenauftrages. Hierfür hast du maximal acht Stunden Zeit. Du sollst deine Lösungen dokumentieren und anschließend in einem Gespräch erläutern. Der schriftliche Teil prüft dein Wissen in den Fächern Funktionsanalyse und Diagnosetechnik, Instandhaltungstechnik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Für letzteres hast du eine Stunde, für die übrigen jeweils zwei Stunden Zeit. Wenn du diese Prüfungen bestanden hast, bist du Zweiradmechaniker der Fachrichtung Motorradtechnik.

Einsatzbereiche

Als gelernter Zweiradmechaniker der Fachrichtung Motorradtechnik kannst du in Reparaturwerkstätten, im Pannenhilfsdienst und bei Herstellern von Krafträdern arbeiten. Beschäftigung findest du natürlich auch im Einzelhandel, z.B. bei Motorrad- oder Ersatzteilhändlern mit angeschlossener Werkstatt.

Je nachdem wo du arbeitest, bist du entweder die berühmte „Allzweckwaffe“, die von allem etwas versteht oder Spezialist auf deinem Gebiet. Während kleinere Betriebe Allrounder bevorzugen, die möglichst alle anfallenden Arbeiten erledigen können, bevorzugt die Industrie Spezialisten z.B. für Herstellung, Umbau oder Montage.

Verdienst

Bruttoverdienst während der Ausbildung:
Wie viel du verdienst, hängt sehr vom Betrieb, vom Bundesland und von Deinem Alter ab. Als Anhaltspunkte werden folgende Bruttoverdienste während der Ausbildung angegeben.

1. Ausbildungsjahr: € 299 bis € 613
2. Ausbildungsjahr: € 345 bis € 648
3. Ausbildungsjahr: € 419 bis € 718
4. Ausbildungsjahr: € 470 bis € 755

Bruttoverdienst nach der Ausbildung
Was du nach der Ausbildung in diesem Beruf verdienen kannst, hängt stark von den jeweiligen Anforderungen, dem Wirtschaftszweig, dem Betrieb und dessen Lage ab. Zum Teil gibt es da erhebliche Schwankungen. Du kannst ungefähr mit einer tariflichen Bruttovergütung zwischen ca. € 2.388 bis € 2.551 im Monat rechnen.
(Quelle: BERUFENET, April 2013)

Fachrichtungen

Der Beruf Zweiradmechaniker/in wird in den Fachrichtungen Fahrradtechnik und Motorradtechnik angeboten. Ganz gleich, welche Fachrichtung dir mehr liegt, in den ersten beiden Ausbildungsjahren lernen alle Zweiradmechaniker die gleichen Dinge. Erst ab dem dritten Jahr und nach einer Art Zwischenprüfung wird es fachrichtungsspezifisch. Diese Zwischenprüfung heißt Teil 1 der gestreckten Abschlussprüfung und fließt zu einem Teil bereits in die spätere Endnote ein. Während sich „Fahrradtechniker“ intensiv mit den Themen rund um das Fahrrad, den Verkauf und Beratung beschäftigen, konzentrieren sich „Motorradtechniker“ auf das Motorrad, den Motor und dessen Systeme.