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Tagesablauf

8.00 Uhr: Der Tag beginnt...

Zeitig fängt Svenja heute mit der Arbeit an, denn am Abend ist sie zum Joggen verabredet. Um 8 Uhr piepst also das Lesegerät für Svenjas Zeitkarte bei einem großen Sanitätshaus in Köln.

8.10 Uhr: Umziehen

Das Umziehen geht flott: ein dunkles Polohemd schützt die Kleidung oben, eine selbst genähte Schürze unten und die Ohrenschützer, die Svenja viel lieber Micky-Mäuse nennt, sorgen nicht nur für angenehme Ruhe beim Kollegentratsch: vor allem schützen sie die Ohren vor Maschinenlärm. Das ist Svenjas tägliche Grundausstattung. Wenn sie heute an Maschinen oder mit flüssigem Kunststoff arbeitet, braucht sie mehr.

8.15 Uhr: Arbeitsplanung

Heute beginnt Svenja ihre Arbeit in der Bandagistenwerkstatt. Bevor Svenja anfängt, verschafft sie sich einen Überblick. Oft ist keine Zeit, einen Auftrag zu besprechen. Bei Routineanfertigungen ist das auch nicht nötig, denn für jede Anfrage gibt es eine Kommissionierungsbox. In dieser Plastikkiste findet Svenja alles das, was zu einem Auftrag dazu gehört: Auftragszettel, Einzel- oder Ersatzteile, Kundendaten, Terminzettel. So weiß sie sofort, was zu tun ist und bis wann es fertig sein muss. Außerdem arbeitet sie mit ihren Kollegen Hand in Hand. Sie kann also jederzeit ein Werkstück bearbeiten, das andere begonnen haben.

9.30 Uhr: Rückfragen beim Arzt

Svenja ruft in einer Arztpraxis an. Sie bespricht mit dem behandelnden Orthopäden, was eine Patientin mit einem Schleudertrauma exakt benötigt. Auf dem Rezept steht, dass eine Halskrause notwendig ist. Welche verschiedenen Arten und Ausführungen von Halskrausen es gibt, darüber weiß Svenja gut Bescheid, weil ihr Betrieb regelmäßig darüber informiert wird.

9:40 Uhr: Patientendokumentation

Mit einem Mausklick kann Svenja aus der Kundenkartei ihres Betriebes alle Informationen aufrufen, die für Gespräche mit Patienten oder Ärzten wichtig sind. Wird ein Patient regelmäßig betreut, schreibt Svenja auf, welche Probleme oder Erfolge es bei der Behandlung gab. Auch alle Messwerte, die für ihre Arbeit wichtig sind, dokumentiert Svenja, damit sie Veränderungen feststellen kann. So kann sie schnell und sicher entscheiden, was sie als Nächstes für den Kunden tun kann.

10.00 Uhr: Unverhoffte Kabinenarbeit

In der Bandagistenwerkstatt arbeitet Svenja die anstehenden Aufträge ab. Die Arbeit geht ihr leicht von der Hand, denn es sind keine komplizierten Aufgaben dabei. Dass im Hintergrund die Nähmaschine schnurrt, an der ihr Kollege arbeitet, stört sie nicht. Trotzdem ist sie konzentriert bei der Sache und erledigt ihre Handgriffe sorgfältig. Dann gibt es auf einmal eine unverhoffte Unterbrechung. Der Kollege, der heute in der Orthopädiewerkstatt arbeitet, kommt mit einer Aufgabe, die sofort erledigt werden muss.

11.00 Uhr: Gipsabdruck nehmen

Svenja hat einen Termin mit einer Kundin, bei der sie einen Gipsabdruck nehmen muss. Die junge Frau hat eine Unterschenkelprothese und manchmal Schmerzen beim Laufen. Im Gipsraum kann die Kundin ungestört die Prothese ablegen. Svenja umwickelt den Silikonliner zuerst mit Plastikfolie und dann mit einer nassen Gipsbinde. Mit den Fingerspitzen streicht sie anschließend die Oberfläche glatt, damit sich das Material der Körperform ganz genau anpasst. Dabei kann Svenja gleich fühlen, wo am Beinstumpf Knochen, Verknorpelungen oder Muskeln sind. Beim Ausmessen des Abdrucks vergleicht Svenja später die Ergebnisse mit alten Werten und wenn sie am Prothesenschaft arbeitet, fallen ihr Besonderheiten ein. Schließlich soll der Schaft bequem sitzen. Der Gipsabdruck muss trocknen und so unterhalten sich die beiden Frauen über einen Kinofilm, den sie gesehen haben.

11.30 Uhr: Zurück in der Werkstatt

Svenja arbeitet bis zur Mittagspause an verschiedenen Aufträgen. Passende Lederstücke muss sie ausmessen, zuschneiden, verkleben und zusammen nähen. Die werden später an einer Beinschiene angebracht, damit das Metall nicht in die Haut einschneidet. Außerdem bereitet sie für einen Prothesenschaft vor, der mit Kunststoff überzogen werden soll.

13.00 Uhr: Mittagspause

Fünf Stunden mit vielen verschiedenen Aufgaben sind vorbei. Svenja liebt die Abwechslung, die ihr Beruf bietet, doch jetzt hat sie Hunger. Schürze und Micky-Mäuse sind schnell weg geräumt und ab geht’s in eine kleine Gaststätte. direkt gegenüber. Kürzer kann der Weg zur Erholung kaum sein.

13.45 Uhr: Kundentermin im Krankenhaus

Der zweite Kundentermin des Tages steht an. Die Kundin wurde operiert und ist noch im Krankenhaus. Kein Problem für Svenja, denn sie hat einen Führerschein und kann mit einem Auto des Sanitätshauses schnell dorthin fahren. Außentermine gehören zu Svenjas Berufsalltag und fallen mehrmals in der Woche an. Dann ist Svenja unterwegs zu Krankenhäusern, Arztpraxen, Altenheimen oder macht Hausbesuche, damit die Kunden das anprobieren können, was Svenja in der Werkstatt für sie angefertigt hat.

15:00 Uhr: Im Maschinenraum

Svenja arbeitet im Maschinenraum an einem Prothesenschaft für einen Oberschenkel. Der Kunststoff muss am großen Bandschleifer vorsichtig geschliffen werden. Der Schaft muss plan sein, das bedeutet, er muss vollkommen gerade aufliegen. Svenja prüft nach dem Schleifen, ob ihr Ergebnis gut ist.

16.30 Uhr: Feierabend

So, geschafft für heute! Da war einiges los an diesem Arbeitstag, doch Svenja liebt die Abwechslung, die ihr Beruf mit sich bringt. Jetzt fährt sie zufrieden nach Haus und freut sich auf die Joggingstrecke am Rhein.