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Tagesablauf



Ein typischer Arbeitstag steht für Stefanie an. Schau ihr dabei über die Schulter.

Arbeiten in Schichtzeiten

Als Mikrotechnologe/-technologin arbeitest du häufig in Schichtdiensten, da die Maschinen keine Pausen machen und auch nachts produziert wird. Das heißt, du musst auch mal sehr früh morgens aufstehen oder fängst erst spät abends an zu arbeiten. Das ist nicht immer einfach, da sich dein Körper erst daran gewöhnen muss und du häufig keinen geregelten Tagesablauf hast. Während der Ausbildung gibt es allerdings Ausnahmen: Laut Jugendschutzgesetz dürfen nämlich Auszubildende unter 18 Jahren zum Beispiel nachts noch gar nicht arbeiten. Und wenn du Berufsschule hast, musst du ebenfalls keine Nachschicht übernehmen.

6:45 Uhr: Ankommen und Umziehen

Der Himmel über Berlin und der Firma AEMtec ist noch nicht ganz hell. Stefanie hat aber mal wieder Frühschicht und loggt sich mit ihrem Ausweis pünktlich am Zeitautomaten ein. Dann geht sie direkt in die Umkleidekabine, um sich ihre besondere Arbeitskleidung, eine „Schutzkleidung“ anzuziehen. Und schon geht`s rein in den Reinraum – der Ort an dem Stefanie den ganzen Tag, und häufig auch nachts, arbeitet.

7:00 Uhr: Arbeitsaufträge abholen

Stefanies erster Weg im Reinraum führt wie immer direkt zum Schichtleiter. Der gibt ihr nämlich die Arbeitsaufträge für die Tagesproduktion. Heute bekommt sie zwei Aufträge: Die SMD-Bestückung und das Aluminiumdraht-Bonden. Ab jetzt arbeitet Stefanie in Eigenregie und ihr Schichtleiter verlässt sich darauf, dass sie ihre Arbeit gut macht. Denn in ihrem Job ist selbständiges Arbeiten sehr wichtig.

07:10 Wartung der Maschinen

Bevor Stefanie mit ihrem ersten Arbeitsauftrag loslegen kann, ist erstmal die wöchentliche Wartung der Maschine fällig. Dazu säubert Stefanie mit Ethanol alle wichtigen Bauteile der Maschine, reinigt das Sieb, füllt bei Bedarf Öl nach und prüft, ob alle Maschinenteile eingesetzt sind, die für die Produktion benötigt werden. Denn wenn die Produktion erstmal gestartet ist, muss die Maschine einwandfrei laufen. Reste an Arbeitsstoffen und -materialien muss Stefanie umweltgerecht entsorgen. Dafür gibt`s gleich vier verschiedene Mülleimer bei der Firma AEMtec!

7:30 Die SMD-Bestückung

Auf die Plätze, Maschinen, Los! Nun kann Stefanie mit der SMD-Bestückung beginnen. Das bedeutet, dass die Mikrobauteile von der Maschine an genau der richtigen Stelle auf der Leiterplatte platziert werden. Damit sie halten, werden sie dort erstmal festgeklebt. Dazu bereitet sie die Maschine für den ersten Produktionsschritt vor und setzt die benötigten Materialien ein - zum Beispiel die Leiterplatten-Rohlinge. Im nächsten Schritt muss sie über einen Computer an der Maschine eingeben, welcher Vorgang genau gestartet werden soll. So, jetzt läuft alles erstmal wie geschmiert. Während die Maschine nun fleißig Bauteile auf die Leiterplatten setzt, kann Stefanie aber noch keinen Kaffee trinken gehen. Aufmerksam muss sie nun während der Produktion darauf achten, ob alles reibungslos läuft und die Maschine einen Fehler meldet. Dann muss Stefanie nämlich schnell reagieren und das Problem lösen!

9:00 Frühstückspause

Endlich Kaffeepause! Stefanie geht mit ein paar Kolleginnen und Kollegen in den Pausenraum. Da gibt`s für die Frühschicht viel heißen Kaffee und einen kurzen Blick in die Zeitung. Übrigens: Für jede Pause muss sich Stefanie natürlich wieder umziehen, das macht sie dann so ungefähr sieben Mal am Tag!

9:30 Problembehebung

Wieder zurück an den Maschinen entdeckt Stefanie einen Fehler: Eine der Maschinen hat auf einer Leiterplatte nicht richtig gelötet. Jetzt kann Stefanie ihre handwerkliche Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Mit einem Lötkolben muss sie nun die Stelle auf der Leiterplatte unter dem Mikroskop nachbearbeiten. Ein ruhiges Händchen und eine gute Konzentration sind dabei enorm wichtig. Nachdem der Fehler behoben ist, kann sie sich wieder um andere Sachen kümmern.

12:40 Auftragsfertigstellung

Der erste Arbeitsauftrag ist erledigt und alle Leiterplatten sind fertig für den nächsten Produktionsschritt. Damit Stefanies Kollegen und Kolleginnen genau wissen, was sie gemacht hat, gibt sie das Auftragsergebnis in das Computer-System ein. Außerdem werden auch noch ein Durchlaufprotokoll auf einem Zettel und ein Maschinenbuch ausgefüllt. Die ausführliche Dokumentation aller Arbeitsschritte ist sehr wichtig, da der Produktionsprozess ansonsten ordentlich durcheinander geraten kann.

13.00 Mittagspause

Raus aus dem Reinraum und auf zum netten kleinen Bistro um die Ecke! Hier gibt`s heute lecker Gulasch mit Kartoffelpüree und umsonst dazu einen schönen Blick ins Grüne. Nach dem vielen Stehen und Laufen im Reinraum ist das Sitzen beim Essen für Stefanie eine echte Erholung.

13.45: Das Aluminiumdraht-Bonden

Gut erholt und wieder in Schutzkleidung geht es für Stefanie nun an die zweite Aufgabe: Das Aluminiumdraht-Bonden. Dazu muss sie an eine andere Maschine gehen und erst einmal das Material einlegen: Leiterplatten, die bereits mit Chips bestückt sind. Die Maschine soll nun durch feinste Aluminiumdrähte die Chips mit der Leiterplatte elektrisch verbinden. Dazu muss sie aufpassen, dass alles richtig „sitzt“. Stefanie startet den Prozess wieder über einen Computer und achtet genau darauf, dass alles fehlerfrei läuft.

14:30 Reinraumüberprüfung

Zeit für einen kurzen Reinraum Klima-Check! Dazu muss Stefanie zu dem Raumklimamessgerät gehen. Dieses kann die Luftfeuchtigkeit und Temperatur im Reinraum genau messen und zeichnet das Ergebnis dann auf. Es ist sehr wichtig, dieses Messgerät regelmäßig zu kontrollieren, weil zum Beispiel eine zu hohe Luftfeuchtigkeit die empfindlichen Mikrobauteile beschädigen könnte. Ein Blick von Stefanie auf das Gerät reicht aus, um zu sehen, dass alles im grünen Bereich ist. Na dann kann`s ja weiter gehen!

14:40 Der Pulltest

Jetzt steht die letzte große Aufgabe für heute an: Die Qualitätssicherung des vorherigen Produktionsschrittes. Stefanie testet dafür am Mikroskop mit dem Pulltest, wie gut die von der Maschine aufgeschweißten (also gebondeten) Aluminium-Drähte sitzen. Das Sichern der Qualität ist ein fester Bestandteil in Stefanies Arbeitsalltag: Alle Produkte, die mit Maschinen hergestellt worden sind, werden von den Mikrotechnologen/-technologinnen am Ende immer noch einmal gestestet, geprüft oder auch gemessen. Maschinen machen eben auch Fehler!

15:10 Schichtwechsel

Gleich hat Stefanie Feierabend und die nächste Schicht übernimmt. Damit alles gut vorbereitet ist für die weitere Produktion, hat Stefanie schon mal den Wagen mit den nächsten Bauteilen aufgerüstet, also fertig „bepackt“. Diesen Wagen kann die Kollegin dann direkt mit zur Maschine nehmen und hat dort alle Materialien, die sie braucht, um die Produktion zu starten.

15:20 Umziehen und Ausloggen

Das letzte Mal für heute verlässt Stefanie den Reinraum und zieht sich noch einmal um. Ihren Schutzkittel bringt sie noch schnell zum Wäschesack, da er einmal die Woche gewechselt werden muss. Dann loggt Stefanie sich am Zeitautomaten aus. Da es noch früh am Tag ist, wartet draußen strahlender Sonnenschein auf sie – ein Vorteil der Frühschicht!

15.30 Feierabend und Abendschule

Stefanie hat nun erstmal Feierabend. In knapp zwei Stunden geht es allerdings schon wieder weiter: Mit der berufsbegleitenden Weiterbildung zur „Technikerin für Mikrosystemtechnik“ an der Abendschule. Nach der vierjährigen Weiterbildung möchte sie gerne in den Bereich Planung und Entwicklung. Zuhause wird Stefanie heute erst gegen neun Uhr sein. Dann füttert sie noch ihre ungewöhnlichen Haustiere: Vogelspinnen und Schlangen, die bei ihr in Terrarien leben, und geht früh ins Bett.