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Ausbildung

Daniel mit Kindern

Ausbildungsform

Der Beruf "staatlich anerkannte/r Erzieher/in" kann als schulische Aus- oder Weiterbildung erlernt werden. Du hast theoretischen und praktischen Unterricht und musst ein Berufspraktikum absolvieren. Der Unterricht findet in Vollzeitform an Fachschulen, Berufskollegs, Berufsfachschulen, Fachakademien (nur in Bayern) und anderen Bildungseinrichtungen statt. Das Berufspraktikum machst du in der Regel im Anschluss an die schulische Ausbildung in einer sozialpädagogischen Einrichtung. Daneben bieten auch immer mehr Hochschulen Bachelor- und Master-Studiengänge für Erzieher/innen an.

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung dauert in den meisten Bundesländern 3 Jahre (zwei Jahre Schule plus ein Jahr Berufspraktikum). Mit einer bestimmten Vorbildung, dem Nachweis praktischer Tätigkeiten oder bei besonders guten Leistungen ist es möglich, die Ausbildung zu verkürzen. Die Verkürzungen der Aus- bzw. Weiterbildung sind in den Ausbildungs- und Prüfungsordnungen der Bundesländer geregelt. Die Ausbildungszeit kann in bestimmten Fällen auch verlängert werden, indem ein Schuljahr wiederholt oder das Berufspraktikum verlängert wird.

Ausbildungsinhalte

Im theoretischen Unterricht hast du berufsspezifische Fächer wie Pädagogik, Psychologie, Umwelt- und Gesundheitserziehung, Musik oder Sport. Auf dem Stundenplan stehen außerdem allgemein bildende Fächer, wie Deutsch, Soziologie, Politik und Religion. Zusätzlich werden dir verschiedene Wahlpflichtfächer oder Schwerpunkte angeboten, wie z.B. Jugendarbeit, Theaterpädagogik oder Öffentlichkeitsarbeit. Im praktischen Unterricht machst du bestimmte Übungen, z.B. zu verschiedenen Erziehungsmethoden. Außerdem nimmst du an Exkursionen und Betriebspraktika in verschiedenen Einrichtungen teil, um möglichst viele praktische Erfahrungen zu sammeln. Das anschließende Berufspraktikum gilt als „Anerkennungsjahr“ und ist ebenfalls Teil der Ausbildung.

Berufsspezifische Ausbildungsinhalte (Auswahl)
- Erziehungsziele und Erziehungsmaßnahmen kennen und umsetzen
- Das eigenen Verhaltens reflektieren
- Kompetenzen, Entwicklungsmöglichkeiten und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Altersgruppen erkennen
- Angebote zur Erziehung, Bildung und Betreuung planen, durchführen, dokumentieren und auswerten
- Entstehung und Veränderung zwischenmenschlicher Beziehungen erkennen, Gruppenprozesse begleiten, Unterstützung bei Störungen und Konfliktsituationen leisten
- Gesundheitliche und psychische Veränderungen oder Störungen bei Kindern und Jugendlichen erkennen und darauf eingehen
- Die sprachliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen fördern.
- Bedeutung von Medien für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen kennen und zu einem vernünftigen Umgang mit Medien anleiten
- Musik, Bewegung und Tanz zur Unterstützung von Lernprozessen nutzen.
- Naturwissenschaftliche Vorgänge vermitteln
- Zur Erhaltung der Umwelt und zu einer gesunden Lebensführung motivieren.

Abschluss

Am Ende der Ausbildung machst du eine Abschlussprüfung, die aus einem schriftlichen, einem praktischen und ggf. einem mündlichen Teil besteht.

Der schriftliche Teil der Prüfung besteht aus mindestens zwei Arbeiten aus den berufsspezifischen Fächern, wie z.B. Pädagogik oder Psychologie. Aber auch allgemein bildende Fächer, wie Deutsch oder Soziologie stehen auf dem Prüfplan.
Im praktischen Teil der Prüfung musst du zeigen, dass du dein theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen kannst. Dazu musst du z.B. eine Übung mit einer Gruppe von Kindern oder Jugendlichen eigenverantwortlich vorbereiten, durchführen und nachbereiten.
Der mündliche Teil ist nur in einigen Bundesländern Bestandteil der Prüfung, hier können dann alle Ausbildungsfächer geprüft werden. Mit der bestandenen Abschlussprüfung und einem erfolgreich absolvierten Berufspraktikum bist du dann "Staatlich anerkannte/r Erzieher/in".

Einsatzbereiche

Die Arbeitsbereiche, in denen Erzieher/innen arbeiten können, sind sehr vielfältig: Du kannst mit Kindern in Kindertagesstätten oder auch Kinderkrankenhäusern arbeiten und mit Jugendlichen zum Beispiel in Horten, der offenen Jugendarbeit und in Jugendwohnheimen. Aber auch die Betreuung älterer Menschen oder Erwachsener mit Behinderungen in sozialen Einrichtungen können Tätigkeitsfelder für Erzieher/innen sein. Erziehungs- und Familienberatungsstätten, in denen du beratend tätig bist, gehören ebenso zu möglichen Arbeitsfeldern.

Verdienst

Bruttoverdienst während der Ausbildung:
Für die ersten schulischen Ausbildungsjahre wird keine Ausbildungsvergütung gezahlt. Im Anerkennungsjahr wird, in Anlehnung an den Tarifvertrag Öffentlicher Dienst (TVÖD), ein Praktikumsgehalt von € 1.373 im Monat gezahlt. An manchen Schulen fallen auch Kosten für Schulgeld, Aufnahme- und Prüfungsgebühr an. Auch Kosten für die Fahrt zur Schule, eine auswärtige Unterbringung und Fachliteratur können entstehen.
Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du aber eine Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG) bekommen. Infos erhältst du bei den Ämtern für Ausbildungsförderung.

Bruttoverdienst nach der Ausbildung:
Die Gehälter richten sich in der Regel nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVÖD). Es gibt aber auch private Einrichtungen, die ein anderes Einkommen vereinbaren können. Je nach Vorbildung, beruflicher Erfahrung oder Aufgabenbereiche wirst du verschiedenen Vergütungsgruppen zugeordnet. Bei einer Eingruppierung in die Entgeltgruppe S 6, Stufe 3 bis Stufe 6, kannst du mi einem Monatsbruttoentgelt von € 2.703 bis € 3.212 rechnen.
(Quelle: BERUFENET, August 2014)