Ausbildung
Fachrichtungen
Der Beruf Dachdecker/in wird in den folgenden zwei Fachrichtungen angeboten:
- Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik
- Reetdachtechnik
Wer sich wie Alexander für den Bereich Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik entscheidet, benutzt zum Decken und Abdichten von Wänden und Dächern industriell gefertigte Materialien wie Dachsteine, Ziegel und Bitumen sowie Mineralfaserdämmstoffe. In der Fachrichtung Reetdachtechnik lernen Auszubildende zusätzlich den Umgang mit dem Naturstoff Reet, welches vor allem an der deutschen Nordsee- und Ostseeküste, aber auch in Süddeutschland am Bodensee als traditionelle Dacheindeckung benutzt wird. Reet ist getrocknetes Schilfrohr, was an Flussufern und in sumpfigen Gebieten geerntet wird.
Ausbildungsform
Wie im Handwerk üblich, verläuft auch die Ausbildung zur/m Dachdecker/in im dualen System. Das heißt, die praktischen Erfahrungen sammelst du im Ausbildungsbetrieb und die Theorie lernst du an der Berufsschule. Zu Beginn werden dir allgemeine Grundlagen des Handwerks vermittelt. Und im zweiten und dritten Lehrjahr vertiefst du dann deine Kenntnisse als Dachdecker/in. Zudem besuchst du öfter Kurse in überbetrieblichen Ausbildungszentren. Hier lernst und übst du mit verschiedenen Werkstoffen wie Metall, Zement, Holz und Stein umzugehen, aber auch Handwerkstechniken, die in deinem Betrieb seltener vorkommen.
Ausbildungsdauer
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Hast du bereits eine ähnliche Ausbildung oder ein Berufsgrundbildungsjahr im handwerklichen Bereich abgeschlossen, dann könntest du den Beruf des/der Dachdeckers/in auch in zwei oder zweieinhalb Jahren erlernen. Auch besonders gute Noten und gute Arbeitsergebnisse können Grund für eine Verkürzung sein. Ob du das darfst, darüber entscheiden Ausbildungsbetrieb, Berufsschule und Handwerkskammer gemeinsam.
Ausbildungsinhalte
Als Dachdecker/in erledigst du alle Arbeiten, die – klar – auf den Dächern und an Wänden von Häusern und Bauwerken, über Terrassen oder auf Garagen so anfallen. Du sorgst dafür, dass diese gut vor Feuchtigkeit geschützt sind. Du montierst Dachfenster, Regenrinnen, Blitzableiter und immer häufiger auch moderne Anlagen zur Stromgewinnung und Warmwasseraufbereitung.
- Arbeitsabläufe planen und vorbereiten
- Baustellen sichern und einrichten
- Gesundheitsschutz und Umweltschutz bei der Arbeit beachten
- Bau- und Bauhilfsstoffe prüfen, lagern und auswählen
- mit Werkzeugen und Baumaschinen richtig umgehen
- Zeichnungen und Pläne lesen beziehungsweise selbst Skizzen anfertigen
- Unterkonstruktionen aus Holz für Dächer und Fassaden bauen und montieren
- Dächern und Wänden abdichten
- Dächern mit verschiedenen Materialien dämmen und decken
- Dächer für Begrünung vorbereiten und Systeme zum Ableiten des Regenwassers installieren
- Dachfenster, Regenrinnen, Blitzableiter, Solaranlagen montieren
- Dächer und Dachelemente reparieren, warten und reinigen
Abschluss
Am Ende deiner Ausbildung als Dachdecker/in legst du deine Gesellenprüfung ab. Dabei musst du in einem schriftlichen und einen mündlichen Teil dein Fachwissen über das Dachdeckerei-Handwerk beweisen und zeigen, dass du ein Dach decken und abdichten sowie Außenwände bekleiden kannst.
Einsatzbereiche
Als Dachdecker/in kannst du in Dachdeckereien arbeiten oder in Handwerksbetrieben, die neben anderen Ausbauleistungen auch Dachdeckerarbeiten anbieten. Manchmal spezialisieren sich Betriebe auf bestimmte Tätigkeiten. So decken manche Betriebe ausschließlich Dächer und montieren zum Beispiel Dachfenster, Wasserableitungen, Blitzschutzanlagen und Sonnenkollektoren. Andere wiederum haben sich auf das fachgerechte Abdichten von Flachdächern und Fassaden spezialisiert.
Verdienst
Bruttoverdienst während der Ausbildung:
1. Ausbildungsjahr: € 450
2. Ausbildungsjahr: € 630
3. Ausbildungsjahr: € 875
(Quelle: ZVDH, 1. September 2009)
Bruttoverdienst nach der Ausbildung:
Nach deiner Ausbildung verdienst du zwischen 2000 bis 2300 Euro brutto. Das tatsächliche monatliche Einstiegsgehalt hängt aber auch vom Betrieb, der Region und deinen Tätigkeiten dort sowie deiner speziellen Qualifikation ab.
(Quelle: ZVDH, 2009)