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Tagesablauf



Ein typischer Arbeitstag steht für Annika an. Schau ihr dabei über die Schulter.

5.50 Uhr

Im Stockdunkeln fährt Annika auf den Parkplatz vor Werktor 3. Obwohl ihre Schicht erst um 6.30 Uhr beginnt, ist sie um kurz vor sechs hier, um nicht zu sehr hetzen zu müssen. Vom Parkplatz geht’s durch das Werktor, an dem sie sich ausweisen muss und von dort schließlich in ihre Firma – auch dort muss sie noch mal die Chipkarte zücken, um hineinzukommen.

Heute holt sich Annika erst mal frische Arbeitsklamotten. Diese werden vom Betrieb gereinigt, wenn nötig auch jeden Tag. Die Umkleide teilt sie sich mit vier Kolleginnen – zwei weiteren Chemikantinnen, einer Meisterin und einer Schlosserin. Neben dem persönlichen Spint befindet sich in der Umkleide auch eine Dusche.

6.15 Uhr

Nun geht’s zum Wechselschichtmeister. Dieser bespricht mit seinem heutigen Team, was zu tun ist. Er verteilt die Aufgaben und gibt Protokolle und Berichte der Nachtschicht weiter. Annika soll heute eine Anlage anfahren, die im Moment stillsteht – eine Anlage, die Klebstoff produziert. Insgesamt gibt es in Annikas Betrieb sechs verschiedene Anlagen, in denen Klebstoffe und Lackrohstoffe produziert werden. Annika und ihre Kollegen und Kolleginnen können alle Maschinen bedienen.

6.30 Uhr

Nun beginnt die Schicht also offiziell. Als erstes besorgt Annika im Feststofflager die Rohstoffe, die sie gleich für die Anlage benötigt. Eine Palette mit dem Granulat bringt sie mit dem Lastenaufzug nach oben zur Anlage. Annika füllt den besorgten Feststoff in die Anlage ein. Wichtig dabei ist, dass keine zu großen Stücke des Granulats oder gar andere Gegenstände, wie zum Beispiel ein Messer, in die Anlage geraten. Das würde zu Störungen führen oder die Anlage könnte sogar ausfallen.

7.10 Uhr

Bevor sie die Anlage anfahren kann, macht Annika noch einen Rundgang – überprüft zum Beispiel, ob der Druck auf 0 steht, ein Fass für das Endprodukt angeschlossen ist oder genügend Flüssigkeit in der Anlage ist, die den chemischen Prozess am Ende stoppt. Alles klar – jetzt geht’s los. Über einen kleinen Leitstand vor Ort kann Annika die Anlage steuern, also auch anfahren. Anfahren bedeutet nun erst einmal, die Regelventile aufzumachen, um damit den notwendigen Druck und die benötigte Temperatur zu erreichen.

7.40 Uhr

Die Anlage läuft, alles ist in bester Ordnung. Nun wirft Annika noch einen Blick in die Anlage, um sicher zu sein, dass das Granulat, das sie zu Beginn eingefüllt hat, auch wirklich in der Anlage ankommt.

10.30 Uhr

Jetzt macht Annika eine kurze Pause. Gesetzlich ist vorgeschrieben, dass sie innerhalb einer Zwölf-Stunden-Schicht mindestens drei Mal für 20 Minuten Pause machen muss. Je nach Arbeitstag und Einsatzort macht Annika ihre erste Pause meist zwischen sieben und acht am Morgen, dann noch mal gegen halb elf und schließlich eine letzte gegen zwei Uhr. Dazu zieht sie sich in den Pausenraum zurück. Übrigens ist eine Anlage auch während einer Pause nie ganz unbewacht – da übernimmt dann ein Kollege oder eine Kollegin die Aufsicht.

13.00 Uhr

Zu Annikas Aufgaben gehört es, mehrmals am Tag zu bestimmten Zeiten Proben zu nehmen. Nun misst sie die Viskosität, also die Zähflüssigkeit des Klebers. Neben der Anlage gibt es einen Laborplatz. An den Proben sieht Annika, ob die Anlage ruhig fährt und ob vielleicht noch Einsatzstoffe fehlen. Diesmal ist alles in Ordnung, so dass Annika die Proben zu festen Zeiten noch mal wiederholen wird. Wenn es ein Problem gibt, muss sie natürlich schnell den Fehler finden und die Proben häufiger wiederholen.

16.00 Uhr

Inzwischen ist ein Fass Kleber voll. Annika klemmt das Fass ab und ersetzt es durch ein leeres. Dann bringt sie das volle Fass mit einem Hubwagen in den Nebenraum. Dort schließt sie es an Stickstoff an. Das ist notwendig, um einen Unterdruck zu vermeiden. Denn der Kleber ist sehr heiß, wenn er aus der Anlage kommt. Beim Abkühlen schrumpft sein Volumen noch. Dadurch würde ein Vakuum entstehen, das Fass würde verbeulen und schließlich könnte Sauerstoff in das Fass gelangen. Dann würde der Kleber aushärten. Der Stickstoff verhindert das. Übrigens war das bereits das vierte volle Fass heute.

17.15 Uhr

Langsam neigt sich der Tag dem Ende zu. Annika geht nun zu ihrem Meister, um zu berichten, was tagsüber geschehen ist und in welchem Zustand die Anlage ist. Außerdem gibt sie die Protokolle ab. Auch während dieser Zeit hat Annika natürlich einen Kollegen gebeten, sie kurz zu vertreten.

18.30 Uhr

Schichtwechsel: Nun sind zwölf Stunden rum und Annika übergibt die Anlage ihrem Kollegen. Gut gelaunt aber auch erschöpft geht’s nun in die Umkleide und unter die Dusche.

Nun bleibt auch uns nur noch, Annika einen wunderschönen Feierabend zu wünschen. Sie ist heute noch bei einem Freund zum Essen eingeladen, der gerade eine Kochlehre macht und für seine Prüfung übt. Also – guten Appetit! Morgen hat sie übrigens einen Tag frei, bevor ihre nächste Schicht übermorgen um 5.50 Uhr an Werktor 3 wieder beginnt.

Arbeitszeiten

Als Chemikant/in arbeitest du meistens im Schichtbetrieb. Das heißt, du arbeitest auch nachts und am Wochenende. Die Länge der Schichten ist vom Betrieb abhängig. Es gibt Acht-Stunden-Schichten aber auch Zwölf-Stunden-Schichten, wie bei Annika. Da arbeitet sie entweder von 06.30 bis 18.30 oder von 18.30 bis 06.30 Uhr. Jeden zweiten Tag hat sie frei.