Ausbildung
Hier findest du alle wesentlichen Aspekte, die du für die Ausbildung zur Chemikantin bzw. zum Chemikanten wissen musst: Ausbildungsform, Ausbildungsdauer, Ausbildungsinhalte, Fachrichtungen, Abschluss, Verdienst, Einsatzbereiche.
Ausbildungsform: Duale Ausbildung
Als Chemikant/in verbringst du den größten Teil der Zeit bei deinem Arbeitgeber. Die Theorie, die du als Chemikant/in benötigst, lernst du in der Berufsschule. Dort bist du je nach Schule und Bundesland entweder ein bis zwei Tage pro Woche, oder in längeren Abständen immer einige Zeit am Stück in verschiedenen Berufsschulblöcken. Eine Besonderheit in dieser Branche ist, dass die Ausbildung häufig in speziellen Ausbildungszentren stattfindet. Das bedeutet: Mehrere Firmen lassen gemeinsam in einem Ausbildungszentrum ausbilden, in dem die Lehrlinge für den Berufsalltag geschult werden. So war das auch bei Annika: Sie hat ihre Lehre nicht in einem produzierenden Betrieb gemacht sondern im Ausbildungsbetrieb Infracor. Von dort aus hat sie dann monatsweise in verschiedenen Firmen praktische Erfahrung gesammelt.
Ausbildungsdauer
Die Ausbildung dauert im Normalfall dreieinhalb Jahre. Hast du aber schon eine abgeschlossene Berufsausbildung, Mittlere Reife oder (Fach-)Abitur oder ein Vorbereitungsjahr absolviert, dann kannst du die Ausbildungszeit verkürzen, wenn die zuständige Kammer und der Betrieb zustimmen. Übrigens kommt eine Verkürzung auch in Frage, wenn du gute Noten in der Berufsschule hast.
Fachrichtungen
Unterschiedliche Fachrichtungen, auf die du dich spezialisieren könntest, gibt es in diesem Beruf nicht. Aber es gibt eine Art „Kurz-Chemikant“ und zwar die Produktionsfachkraft Chemie: Diese Ausbildung dauert nur zwei Jahre und ist sehr praxisorientiert. Wenn dich also die chemische Theorie abschreckt, könnte das etwas für dich sein. Als Produktionsfachkraft Chemie bist du dann nicht für eine Anlage selbst verantwortlich, sondern du unterstützt eine/n Chemikant/in bei der Arbeit. Und solltest du dann doch noch mehr dazulernen wollen, kannst du dich immer noch zum/zur Chemikant/in weiterbilden.
Ausbildungsinhalte
Als Chemikant/in musst du Anlagen bedienen, in denen chemische Produkte wie etwa Medikamente oder Kosmetika hergestellt werden. Grundlage dafür ist es, Produktionsprozesse zu verstehen. Deshalb wird in der Ausbildung technisches und chemisches Grundwissen vermittelt. Außerdem lernst du, Anlagen zu betreiben und Instand zu halten und Prozessleitsysteme zu bedienen. Darüber hinaus gehört die Laborarbeit zur Ausbildung: Du lernst, Analyseverfahren anzuwenden und Ergebnisse auszuwerten.
Abschluss
In diesem Lehrberuf gibt es keine Zwischenprüfung, sondern eine geteilte Abschlussprüfung. Das bedeutet, du machst am Ende des zweiten Ausbildungsjahres eine erste Prüfung und am Ende der Ausbildung eine zweite. Beide Prüfungsergebnisse fließen in deine Abschlussnote mit ein. Beide Prüfungen bestehen aus einem praktischen und einem theoretischen Teil. Sowohl fachliche Kenntnisse als auch allgemeine wie Wirtschaft und Sozialkunde werden abgefragt. In der praktischen Prüfung müssen die Auszubildenden zum Beispiel eine Anlage anfahren, Proben nehmen, Messungen durchführen und etwas reparieren. Zugelassen zur Prüfung wird nur, wer ein vollständiges Berichtsheft abgibt. Im Berichtsheft halten Auszubildende fest, was sie an jedem einzelnen Tag in der Ausbildung gemacht haben.
Einsatzbereiche
Nach der Ausbildung kannst du als Chemikant/in überall in der Industrie arbeiten, wo chemische Produkte hergestellt werden – in der Kosmetikindustrie, in der Farb- und Lackindustrie, in der Kunststoff- und Kautschukindustrie und in der Mineralölverarbeitung. Manche arbeiten später auch in der Entwicklung oder im Labor.
Verdienst
Während der Ausbildung (neue / alte Bundesländer)
1. Ausbildungsjahr: € 626 / € 693
2. Ausbildungsjahr: € 669 / € 750
3. Ausbildungsjahr: € 712 / € 824
4. Ausbildungsjahr: € 756 / € 890
Nach der Ausbildung
Wie in allen Berufen ist der spätere Verdienst sehr vom Betrieb, der Branche und dem Ort abhängig. In etwa kannst du mit einem Bruttolohn von 2.297 bis 2.811 Euro im Monat rechnen.
(Quelle: berufenet, 20.03.2009)