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Tätigkeiten



Hinterbliebene beraten und betreuen

Ist jemand verstorben, führst du mit den Hinterbliebenen zunächst die sogenannte Erstberatung durch. In diesem und weiteren Gesprächen besprichst du jede Einzelheit der Bestattung wie z. B. Erd- oder Urnenbestattung, Einkleidung der/des Verstorbenen, Ausstattung des Sarges und die Gestaltung der Trauerfeier. Und: Was wollen die Hinterbliebenen dabei selbst übernehmen? Oft schreibst du auch Todesanzeigen, Nachrufe oder Danksagungen und manchmal entwirfst und hältst du sogar die Grabrede. Für die Hinterbliebenen bist du der wichtigste Begleiter, Unterstützer und Ansprechpartner – auch außerhalb der Arbeitszeiten. Für die Überführung der/des Verstorbenen bist du ebenfalls zuständig. Bei Unfällen holst du die/den Verstorbenen direkt am Unfallort ab.

Den Sarg herrichten

Bei einer Erdbestattung wählen die Angehörigen mit Hilfe deiner Beratung einen Sarg aus, den du dann in der Werkstatt herrichtest. Das erfordert handwerkliches Geschick, denn u.a. befestigst du die Beschläge an den roh angelieferten Sarg und bringst auch sogenannte „Eckverstärker“ an. Sie sorgen dafür, dass der Sarg standhält, wenn er unter der tonnenschweren Erde begraben wird. Danach polsterst du den Sarg aus: Die oberste Schicht – Decken und Kissen – kann auch von den Angehörigen mitgebracht werden.

Verstorbene versorgen

Berührungsängste solltest du jetzt nicht haben. Denn bevor die Verstorbenen in den Sarg gelegt werden, werden sie von dir gewaschen und eingekleidet. Soll der Leichnam aufgebahrt werden, schminkst und frisierst du ihn gegebenenfalls auch. Mitunter wendest du Techniken an, um beispielsweise zu verhindern, dass aufgrund der Leichenstarre der Kiefer offen stehen bleibt. Wichtig ist es dabei, dass der/die Verstorbene so versorgt wird, dass er/sie würdevoll aufgebahrt werden kann. Und das erfordert Sorgfalt und Geschick.

Grab anlegen oder Urnenbestattung vorbereiten

Haben sich die Hinterbliebenen für eine Erdbestattung entschieden, aber noch keine Grabstelle ausgewählt, begleitest du sie auf den Friedhof und hilfst ihnen, eine geeignete Stelle zu finden. Du veranlasst, dass das Grab ausgehoben und nach den Wünschen der Angehörigen dekoriert wird. Zwar musst du während der Ausbildung auch selbst Hand anlegen, später aber übernimmt das der Friedhofsgärtner. Bei einer Urnenbestattung organisierst du die Verbrennung und überführst die/den Verstorbene/n im Sarg ins Krematorium.

Trauerfeierlichkeiten und Bestattung gestalten

Je nachdem, wo die Trauerfeierlichkeiten stattfinden, dekorierst du den Raum und den Sarg/die Urne nach den Wünschen der Hinterbliebenen oder Verstorbenen und sorgst für einen feierlichen Rahmen. Dazu kann gehören, dass du Sarggebinde, Kränze und Handsträuße besorgst, die Musik auswählst und Kondolenzbücher auslegst. Die Ausgestaltung der Trauerfeiern werden zunehmend individueller, z. B. werden Bilderserien über den Verstorbenen gezeigt oder Erinnerungsgottesdienste abgehalten.

Auf dem Land ist es oft üblich, dass die Bestattungsfachkraft nach der Trauerfeier den Trauerzug als sogenannter „Konduktführer“ anführt. Am Grab stehst du dann dem Pastor/Pfarrer zur Seite und reichst ihm Erde, Weihwasser oder Blumenblätter. In der Stadt werden diese Aufgaben oft von städtischen Mitarbeitern übernommen.

Trauerbegleitung anbieten

Das Berufsbild der Bestattungsfachkraft ist im Wandel. Denn heute enden ihre Aufgaben meist nicht mit der Bestattung. Viele Bestattungsunternehmen bieten den Hinterbliebenen auch Unterstützung bei der Verarbeitung eines Todesfalles an. Das bedeutet, dass du auch seelsorgerisch tätig bist und Angebote zur Trauerbewältigung durchführst. Das können Einzel-, Gruppengespräche oder andere Veranstaltungen für Trauernde sein.

Geschäftsvorgänge abwickeln

Auch der kaufmännisch-verwaltende Bereich gehört zu deinen Aufgaben. Du meldest den Sterbefall und nimmst den Hinterbliebenen auf Wunsch Formalitäten und Behördengänge ab, kündigst Versicherungsleistungen, lässt das Testament eröffnen, kündigst manchmal sogar die Wohnung und veranlasst vieles mehr. Daneben schließt du aber auch Vorsorgeverträge mit Kunden ab, die schon zu Lebzeiten die Einzelheiten ihrer Bestattung regeln wollen. Und nicht zuletzt arbeitest du auch beim Marketing des Bestattungsunternehmens mit.

Zusatz-Info: Auf Gesundheit und Wohlergehen achten

Als Bestattungsfachkraft sitzt du nicht nur im Büro. Das Umbetten Verstorbener oder das Tragen von Särgen können Rücken und Muskeln belasten. Auch psychische Belastungen können zu deinem Beruf gehören: Wenn du zum Beispiel entstellte Unfallopfer abholen musst, dir der Tod bestimmter Personen sehr nahe geht oder bei der Vorbereitung der Verstorbenen für die Bestattung unangenehme Gerüche entstehen. Um Infektionen zu vermeiden, trägst du beim Waschen und Schminken der Verstorbenen Einweghandschuhe und eine Schutzschürze. Bei der Arbeit in der Werkstatt schützt du dich gegebenenfalls mit Schutzkleidung und Atemmaske gegen Holz- und Metallspäne, Farben oder Lacke.

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